Neue Perspektiven auf die Fotografiegeschichte: Die Manfred-Heiting-Förderung am bpk-Fotoarchiv
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Mit einem hohen sechsstelligen Betrag ermöglicht der international bekannte Sammler und Fotohistoriker Manfred Heiting den Ankauf umfassender Quellen zum fotografischen Werk von Dr. Paul Wolff sowie ein mehrjähriges Programm zur Forschungsförderung im Bildarchiv der Staatsbibliothek.
Von Vintage Prints über die erste Berlin Summer School of Photography bis hin zu neuen Forschungsstipendien: Mit seinen großzügigen Zuwendungen an die Staatsbibliothek zu Berlin hat der international renommierte Sammler, Buchgestalter und Fotohistoriker Manfred Heiting den Grundstein für eine langfristige Stärkung der fotografiehistorischen Forschung gelegt. Seine Unterstützung ermöglichte den Erwerb von Vintages Prints des Fotografen Dr. Paul Wolff (1887–1951) sowie den Ausbau der Forschungsinfrastruktur des bpk-Fotoarchivs, indem ein neuer Studiensaal mit neuester Technik und einer Arbeitsbibliothek ausgestattet werden konnte. Ein wesentlicher Bestandteil seiner Förderung ist auch die Unterstützung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Mit einem mehrjährigen Stipendienprogramm sollen neue Forschungsfragen angeregt, die Arbeit mit historischen Originalbeständen intensiviert und die Vernetzung innerhalb der fotografiehistorischen Forschung gestärkt werden.
Die erste Berlin Summer School of Photography: Forschung im Dialog
Ein Höhepunkt dieses Engagements war die erste Berlin Summer School of Photography – Manfred Heiting Stipendium, die vom 31. August bis zum 5. September 2026 an der Stabi Berlin stattfand. Unter dem Leitthema „Nachrichtenbilder: Von den News zum Kulturgut“ kamen zwölf Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler verschiedener Hochschulen zusammen, um sich mit der Geschichte und gesellschaftlichen Bedeutung fotografischer Nachlässe auseinanderzusetzen.
Im Zentrum stand die unmittelbare Arbeit mit den Beständen des bpk-Fotoarchivs. In sechs Forschungstandems beschäftigten sich die Teilnehmenden mit nachgelassenen Konvoluten von Hildegard Dreyer, Abisag Tüllmann, Leonore Mau, Dr. Paul Wolff, Wolfgang Kunz und Herbert Fiebig. Ihre Untersuchungen eröffneten vielfältige Perspektiven auf die Presse-, Reportage- und Dokumentarfotografie und machten deutlich, welches wissenschaftliche Potenzial in der Erschließung und Neubefragung historischer Bildbestände liegt.
Das von Steffen Siegel und Miriam Zlobinski in Zusammenarbeit mit Christina Stehr gestaltete Programm verband die wissenschaftliche Arbeit am Original mit Einblicken in die Praxis von Archiven, Bildredaktionen und Fotoagenturen. Besuche bei der Agentur OSTKREUZ und im Ullstein-Archiv sowie Ausstellungsführungen und Fachgespräche schlugen Brücken zwischen historischer Forschung und zeitgenössischer Presse- und Bildkultur. Zugleich bot die Summer School Raum für intensiven fachlichen Austausch und die Entwicklung neuer interdisziplinärer Netzwerke. Einen besonderen Akzent setzte die öffentliche Podiumsdiskussion „Nachrichtenbilder: Von den News zum Kulturgut“ am 3. September 2026. Vertreterinnen und Vertreter des Museums für Fotografie, des Deutschen Historischen Museums, des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung und des bpk-Fotoarchivs diskutierten darüber, wie aus Bildern der aktuellen Berichterstattung historische Quellen und schließlich bewahrenswertes Kulturgut werden.
Ein Ergebnis ist die Abschlusspublikation zur Summer School. Damit zeigt sich ein zentrales Anliegen der Summer School: Wissenschaftliche Impulse sollen nicht auf einzelne Veranstaltungen begrenzt bleiben, sondern langfristig wirksam werden.
Nachhaltige Perspektiven für die Forschung
Die erste Summer School markiert dabei erst den Anfang. Drei Teilnehmende erhalten im Rahmen von Kurzzeitstipendien Anfang 2027 die Gelegenheit, ihre Forschungsarbeiten an der Staatsbibliothek zu Berlin zu vertiefen. Darüber hinaus wird das Stipendienprogramm weiter ausgebaut und im Sommer 2027 Nachwuchswissenschaftler:innen den Zugang zu den fotografischen Beständen des bpk-Fotoarchivs ermöglichen. Für 2028 ist bereits eine weitere Berlin Summer School of Photography geplant.
Für die Staatsbibliothek zu Berlin ist dies ein wichtiger Schritt, um ihre fotografischen Sammlungen des bpk-Fotoarchivs stärker zu profilieren. Zugleich setzt das Programm einen nachhaltigen Impuls für die Fotografiegeschichte in der Wissenschaftslandschaft und eröffnet einer neuen Generation von Forschenden die Möglichkeit, dieses Feld aktiv mitzugestalten.
Die Staatsbibliothek zu Berlin dankt Manfred Heiting herzlich für seine großzügige Unterstützung und sein anhaltendes Vertrauen.